U 167 vor Gran Canaria

Am 6. April 1943 wurde wenige Kilometer vor der Küste von Gran Canaria das deutsche U-Boot U 167 selbst versenkt. Auch in Castillo del Romeral erinnert man sich an dieses Ereignis im 2. Weltkrieg.

U 167 Vorgeschichte

Das U-Boot war erst im Juli 1941 in Dienst gestellt worden und wurde zunächst als Ausbildungsboot der deutschen Kriegsmarine genutzt. Dann absolvierte die U-167 zwei Feindfahrten und versenkte dabei ein Schiff und beschädigte eins. Auf seiner letzten Fahrt, die am 8. Februar 1943 unter Kapitän Kurt Sturm begonnen worden war, wurde das U-Boot dann nach schweren Beschädigungen durch britische Luftstreitkräfte von der Besatzung vor der Südküste von Gran Canaria selbst versenkt. Die Besatzung konnte komplett gerettet werden.

Zuvor hatte das U-Boot auf seiner letzten Fahrt zunächst den US-amerikanischen Dampfer Molly Pitcher beschädigt. Bei dem Angriff auf den Dampfer, der mit Zucker, Kaffee, TNT, Kohle, Lastwagen und Panzer beladen gewesen war wurden vier Menschen getötet. Am 28. März 1943 versenkte die U-167 südöstlich der Kanarischen Inseln den britischen Dampfer Lagosian mit einem Torpedo. Dabei gab es elf Tote und 35 Überlebende. Danach blieb U 167 in den Gewässern zwischen den Kanaren und Nordafrika, um auf weitere Schiffe der Alliierten zu warten, um diese anzugreifen. Letzte Fahrt U 167 vor Gran Canaria.

U 167 wird vor Gran Canaria stark beschädigt

Am Morgen des 5. April 1943 wurde U167 dann von einem englischen Flugzeug gesichtet. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das U-Boot über Wasser um die Batterien wieder aufzuladen. Das britische Bombenflugzeug, eine Lockheed Hudson MK. III. griff U 167 östlich der Kanarischen Inseln an. U 167 erhöhte zwar die Geschwindigkeit, änderte den Kurs und versuchte möglichst schnell zu tauchen. Aber vier Wasserbomben, abgeworfen aus einer Höhe von 50 Fuß (circa 15 Metern) waren von dem englischen Flugzeug abgeworfen worden, zwei beschädigten das U-Boot, die dritte und vierte Wasserbombe verfehlten ihr Ziel.

Das englische Flugzeug blieb noch eine gute halbe Stunde vor Ort. Es war wohl auch ein Ölfleck auf dem Meer zu sehen, dann kehrte es auf seine Basis zurück. Es gab wohl keine sichtbaren Hinweise darauf, dass das deutsche U-Boot hatte versenkt werden können.

U-Boot-Kommandant Sturm kam nach Sichtung der Schäden, unter anderem auch ein kleines Leck, das aber gestopft werden konnte, zu dem Schluss, das das U-Boot nicht mehr kampftauglich war und entschloss sich auf Periskop Höhe tauchend Kurs auf Gran Canaria zu nehmen.

Fahrt nach Maspalomas im Süden von Gran Canaria

Geschichtstafel im Casa Cultura Castillo del Romeral / Gran Canaria über das deutsche U-Boot U167.Am Abend befand sich U 167 in Sichtweite der Küste von Gran Canaria als es zu einem zweiten Angriff eines englischen Flugzeuges kam. Eine weitere Lockheed Hudson MK. III., ebenfalls von dem Geschwader in Agadir, sichtete das deutsche U-Boot in einer Entfernung von sechs nautischen Meilen (11,2 Kilometer) vor der Küste von Gran Canaria. Durch die Schäden des Luftangriffs am Morgen war es U 167 wohl nicht mehr möglich zu tauchen. Wieder kam es zu Bombenabwürfen. U 167 war nun schwer beschädigt. Gegen 17.12 Uhr war der zweite Angriff dann beendet, das englische Flugzeug kehrte zur Basis zurück. Der zweite Angriff war auch von Gran Canaria aus, von Bewohnern von Castillo del Romeral, beobachtet worden. Sie berichteten später, wie in der Dämmerung ein Flugzeug aus dem Süden zu sehen war und etwas später zwei Wassersäulen von den Explosionen von Wasserbomben. Am nächsten Tag habe man dann erfahren, dass vor Las Burras ein deutsches U-Boot mit einem schwer verwundeten Offizier gelandet sei. Wenn diese Aussagen allerdings stimmen, können die Positionen der Angriffe, die überliefert sind, nicht stimmen, der zweite Angriff muss sich dann deutlich näher an der kanarischen Küste abgespielt haben. Wahrscheinlich hat der U-Boot-Kommandant nach dem ersten Angriff bereits versucht möglichst schnell in die Nähe einer Küste zu gelangen.

Es war April, es wurde früh dunkel und so gelang es U 167 im Schutze der Dunkelheit bis an die Küste von Gran Canaria zu manövrieren. Gegen 20 Uhr tauchte U 167 dann an der Punta Maspalomas nordöstlich des Leuchtturms auf.

Besatzung von U167 wird gerettet

Der Großteil der Besatzung, darunter auch der Verwundete, wurden an Land gebracht, hierbei halfen kanarische Fischer den deutschen U-Bootfahrern. Der Verwundete wurde, so berichteten später Zeitzeugen, mit dem einzigen verfügbaren Transportmittel der Gegend nach Las Palmas zu einem Arzt gebracht.

Selbstversenkung von U167

Kommandant Sturm und fünf weitere Besatzungsmitglieder verblieben auf dem U-Boot und wollten dieses in tiefere Gewässer bringen, um es zu versenken. Wegen der starken Beschädigungen gelang es wohl nicht mehr die gewünschte Position zu erreichen. Das U-Boot sank bereits zuvor, die sechs U-Bootfahrer konnten sich schwimmend und dann mit Hilfe kanarischer Fischer von Bord retten. Der Ort des Untergangs soll sich drei Meilen nordöstlich von Punta Maspalomas befunden haben. Als Ort der Selbstversenkung wird die Bucht von Las Burras angegeben. Die Punta de las Burras befindet sich bei San Agustin.

Die gestrandeten U-Boot-Fahrer wurden an Land zunächst von einer Infanterieeinheit der spanischen Armee, die in der Bucht von San Agustín stationiert war, aufgenommen. Ein Bild dieser Zeit zeigt die deutsche U-Boot-Besatzung an Land, teilweise auch in spanischen Uniformen. Noch am Abend des 6. Aprils traf dann der deutsche Konsul aus Las Palmas vor Ort ein. Die U-Boot Besatzung wurde von San Agustín nach Las Palmas de Gran Canaria gebracht. Insgesamt waren es 53 Schiffbrüchige, die in Las Palmas erst einmal in einem Hotel (Offiziere) bzw. auf dem Dampfschiff Currents (Besatzung) untergebracht wurden. Berichten zu Folge, gab es eine deutsche Kolonie in der Inselhauptstadt von Gran Canaria, die die Besatzung mit einem kulturellen Abend unterhielt.

Rückführung der U-Boot-Besatzung von Gran Canaria nach Deutschland

Unter dem Codenamen Operation Vogel wurde dann noch Mitte April ein anderes deutsches U-Boot nach Gran Canaria entsandt, um die Mannschaft von U 167 an Bord zu nehmen. Dies geschah drei Meilen außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer bereits in der Nacht vom 12. auf den 13. April 1943 durch U455. Auf Gran Canaria blieb ein Wachoffizier, WO II., Ernest Semmel zurück, der vor Ort sichten sollte, ob aus dem untergegangenem deutschen U-Boot Waffen oder andere Gegenstände an Land gespült werden würden. Offenbar gab es einige Kisten von Brot, Schokoriegeln aber auch Röhren von Amphetaminen, die so den Weg an Land fanden. Fünf Monate nach dem Rest der Mannschaft der U167 kehrte Ernest Semmel dann auch nach Deutschland zurück.

Noch im Juni 1943 übernahm Fregkpt. Kurt Sturm mit der ursprünglichen Besatzung der U-167 das Kommando der neu in Auftrag gegeben U-547. Im Januar 1944 kehrte man dann in den aktiven Dienst zurück. U-547 lief dann im August 1944 in der Gironde nähe Pauillac auf eine Mine und wurde beschädigt und Ende des Jahres außer Dienst gestellt.

Spanien und die Alliierten

Der Umgang der Spanier mit der Besatzung aber auch das Verhalten der Alliierten sorgte dann auch für Korrespondenz auf diplomatischer Ebene. So wurde der spanische Luftraum nach dem Untergang von U167 sieben Mal von alliierten Flugzeugen verletzt, was dem im 2. Weltkrieg offiziell neutralem Spanien ebenso wenig gefiel, wie den Alliierten, das die deutsche U-Bootbesatzung nicht interniert worden war. Proteste gegen die Nicht-Internierung gab es wohl von der britischen wie auch der amerikanischen Botschaft, gerichtet waren diese an das spanische Außenministerium. Das redete sich offenbar heraus. Man habe nicht gewusst, dass es sich um eine U-Boot Besatzung gehandelt habe.

Die Fischer, die bei der Rettung der Schiffbrüchigen geholfen hatten, sollen später mit je 7000 Peseten und einer Medaille ausgezeichnet worden sein.

Nach dem Krieg - Bergung von U 167

Spanien ließ das deutsche U-Boot nicht vor der kanarischen Küste verrotten. Der erste Versuch der Bergung fand Ende Dezember 1951 statt. U167 fand sich wie erwartet drei Meilen vor der Küste versenkt, nordöstlich der Punta de Maspalomas, in etwa 23 Metern Tiefe. Am U-Boot war wohl deutlich das von einer Wasserbombe gerissene, aber geflickte, Leck zu sehen, ebenso wie die Schäden durch die Explosion der Sprengladungen, die für die Selbstversenkung angebracht worden waren. Nicht alle Sprengladungen waren explodiert. Am 23. Dezember 1951 wurde U167 dann an die Oberfläche gebracht, aber konnte noch nicht in den Hafen von Las Palmas geschleppt werden. Erst als die Lecks geflickt worden waren, gelang es das U-Boot in die Inselhauptstadt zu bringen. Dort blieb das Wrack der U167 bis Ende 1952. Gerüchte kamen auf, dass die spanische Marine das deutsche Uboot habe kaufen wollen. Allerdings war das U-Boot wohl so unbrauchbar, das man von dieser Idee wohl wieder Abstand nahm. 1953 wurde dann mit der Demontage des U-Boots begonnen. Bei diesen Arbeiten wurden dann auch drei Torpedos des Typs G7a in den Torpedoröhren entdeckt, bereit für den sofortigen Start. Insgesamt waren an Bord noch 840 Kilogramm Sprengstoff. Wegen dieser Torpedos war wohl auch der deutsche Ernest Semmel 1943 auf der Insel zurückgeblieben, um im Notfall bei einer Bergung der Torpedos bei der Entschärfung zu helfen. Ehe alles verschrottet wurde, vergingen wohl noch sieben Jahre. Es war das wohl bestgehütete Geheimnis der Demontagezeit, dass sich in diesen Jahr soviel Sprengstoff im Hafen von Las Palmas, dem Puerto de La Luz befunden hat.

Der Dieselmotor des U-Boots wurde später in ein einem Handelsschiff weiter verwendet.

50. Jahrestag Selbstversenkung U167

Am 6. April 1993 wurde anlässlich des 50. Jahrestag des Untergangs von U167 vor Gran Canaria erinnert. Zu diesem Zeitpunkt sollen noch 15 der 53 Besatzungsmitglieder von U167 gelebt haben und sich regelmäßig am Jahrestag der Selbstversenkung getroffen haben. Noch heute soll es einige Hinterlassenschaften des U-Boots auf Gran Canaria geben, Teile wie Uhren und Tiefenmesser, die sich im Besitz von Canarios befinden. 1994 soll es dann zum Treffen von vier Überlebenden der Besatzung von U167 und Fischern gekommen sein, die 1943 bei der Rettung der Havarierten geholfen hatten.

U-Boot als Filmkulisse?

Im englischen wie auch spanischen Wikipedia wird der Untergangsort der U 167 etwa 40 Kilometer vor der Küste von Gran Canaria angegeben. Außerdem sollen die Spanier das deutsche U-Boot nach der Bergung auch als Filmkulisse verwendet haben. Es gibt Berichte, dass das U-Boot, während es zur Verschrottung im Hafen von Las Palmas lag, als Filmkulisse genutzt wurde.

Versenkte U-Boot vor spanischen Küsten

Während des 2. Weltkriegs (1939 bis 1945) wurden vor den spanischen Küsten mehr als 39 deutsche U-Boote versenkt oder selbst versenkt. Zu den spanischen Küsten dieser Zeit zählte neben den Küsten der iberischen Halbinsel, den Balearen und den Kanaren auch das ehemalige spanische Protektorat Marokko. U-167 war nur eins von vielen U-Booten, das hier strandete.

Geheime deutsche U-Boot Basis auf Gran Canaria

Im Sommer 1938, vom 14. Juli bis 14. August 1938 sollen sich auf Gran Canaria zwei Männer befunden haben, die auf Fischerbooten unterwegs gewesen waren, um Fotografien zu machen und detaillierte Karten von versteckten Buchten auf Gran Canaria zu zeichnen. Ihre Mission, die unter dem Deckmantel von Anglerausflügen statt fand, war es geeignete Standorte für verdeckte Operationen und der Versorgung von deutschen U-Booten zu finden. So berichtete es zumindest Manuel Ros Agudo in seinem Buch La Guerra Secreta de Franco, 1939-1945. 1939 soll es auch Bemühungen der deutschen Kriegsflotte gegeben haben, für eine Versorgungsbasis auf den Kanaren. Und so besuchte auch der deutsche Admiral Canaris Gran Canaria und Fuerteventura im Jahr 1939.

Es halten sich auch Gerüchte, es habe sich tatsächlich eine geheime Versorgungsbasis für deutsche U-Boote auf den Kanaren gegeben, Beweise für eine Existenz gibt es allerdings wohl nicht. Die geheime Basis soll sich an der Westküste von Fuerteventura bei Cofete befunden haben. Es gibt allerdings einen Bericht eines englischen Geheimagenten von Februar 1940, der seine Vorgesetzten darüber informiert, das die Häfen von Las Nieves, Mogan und San Nicolas als Nachschubbasis für deutsche U-Boote eingesetzt worden seien, so berichtet zumindest Manuel Ros in seinem Buch La Guerra Secreta de Franco.

Historia Castillo Romeral - spanisch - zur U 167

Im Casa Cultura von Castillo del Romeral befindet sich auch eine Geschichtstafel, die an die Ereignisse rund um das U-Boot informiert.

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